Schrott für die Stahlherstellung mindert CO2-Ausstoß erheblich

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Eine Studie des Center for Economics of Materials (CEM) kommt zu dem Ergebnis, dass die Verwertung von Schrott für die Stahlherstellung die Kosten des Klimawandels in Europa um bis zu 20 Milliarden Euro senkt.

Die Studie mit dem Titel „Schrottbonus. Externe Kosten und fairer Wettbewerb in den globalen Wertschöpfungsketten der Stahlherstellung“ wurde im Auftrag der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) erstellt. Wird für die Herstellung von Stahl Schrott statt Erze verwendet, spart das CO2-Emissionen. Darüber hinaus werden die Versauerung von Gewässern, Sommersmog oder Eutrophierung reduziert.

Die Studie verwendet für diesen Effekt den Begriff „Schrottbonus“: Er zeigt vermiedene Klima- und Umweltkosten an, die sich durch den Einsatz einer Tonne Schrott in der Stahlherstellung ergeben. Eine Tonne recycelter Schrott aus rostfreiem Edelstahl bringt der Stahlindustrie in der Edelstahlproduktion eine Ersparnis von 4,3 Tonnen CO2. Im Bereich Kohlenstoffstahl spart eine Tonne Stahlschrott im Schnitt 1,67 Tonnen CO2 ein. So die Ergebnisse der Studie. Die Wissenschaftler haben ausgerechnet, dass eine Tonne Kohlenstoffstahlschrott zwischen 79 und 213 Euro Schrottbonus ergibt und Edelstahlschrott zwischen 158 und 502 Euro pro Tonne. Sie haben dafür Lebenszyklusanalysen für die Emissionen während der Stahlherstellung angesetzt. Dazu gehört eine lückenlose Aufzeichnung der Ökobilanz der verwendeten Werkstoffe: von der Förderung, Herstellung, Nutzung der Rohmaterialien, den Einsatz von Energieträgern bis zur Verwertung von Reststoffen. 

„Die Studie trägt einen wesentlichen Teil dazu bei, das Bewusstsein für die Bedeutung von Schrott als Rohstoff für die Stahlproduktion zu stärken. Das Stahlrecycling ist integraler Bestandteil einer zirkulären Wirtschaft. Damit ist der Einsatz hochwertiger Schrotte Ausdruck einer ökonomisch und ökologisch nachhaltigen Stahlproduktion. Das ist ein wichtiger Hebel zum effizienten Einsatz von Materialien und Rohstoffen, bei dem wir unsere Auftraggeber beraten“, sagt Dr. Frank Pothen, Teamleiter „Ökonomische Modellierung“ am CEM und Erstautor der Studie.

„Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Bedeutung des Stahlrecyclings und zeigen, wie es vor allem durch Forschung und Entwicklung, mit einem Fokus auf den Mittelstand, quantitativ und qualitativ gestärkt werden kann. Zusätzliche Förderung und politische Maßnahmen in diesem Bereich sind ein effizienter Beitrag zum Klimaschutz und steigern gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Stahl- und Stahlrecyclingwirtschaft. Für uns ist der Schrottbonus ein Bonus für Schrott“, sagte BDSV-Präsident Andreas Schwenter zur Veröffentlichung der Studie.