SMS group liefert Produktionsanlage für Eisenbahnräder

Der indische Stahlproduzent RINL eröffnet 2018 ein neues Werk in der Provinz Uttar Pradesh

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Der indische Stahlhersteller Rashtriya Ispat Nigam Limited (RINL) hat die SMS group beauftragt, eine Anlage zur Produktion von Eisenbahnrädern zu liefern. RINL wird in dem neuen Werk in der nordindischen Provinz Uttar Pradesh ab Herbst 2018 produzieren, teilte die SMS group mit. Die Anlage soll pro Jahr 100.000 Räder mit Durchmessern von 720 bis 1.200 mm vollautomatisch produzieren. Je ach Bedarf ist die Anlage auf 200.000 Räder pro Jahr erweiterbar. Hauptabnehmer sind indische Eisenbahnreparaturwerkstätten. Das Lieferanten-Konsortium besteht aus der SMS group und Niles-Simmons-Hegenscheidt, Chemnitz (NSH). Die SMS group errichtet die Gebäude inklusive ihrer Ausstattung, Infrastruktur, Wasserwirt¬schaft und einer Transformatorenanlage. Die SMS group liefert außerdem die Räderwalzlinie mit Blocksägeanlage, Blocklager und Blockerwärmungsanlage. Die Räder-Vergütungsanlage und die mechanischen Umrissbearbeitungsmaschinen werden von NSH geliefert. Es handelt sich nach eigenen Angaben um die weltweit erste Turnkey-Anlage, die komplett umrissbearbeitete Eisenbahnräder produziert. Hier sägen zunächst zwei Blocksägen die bis zu 9 m langen, im Stranggussver¬fahren gegossenen Stangen in die für die jeweiligen Räder vor¬gesehene Länge. Hinter der Sägeanlage werden die Blöcke von einem automatischen Portalkran übernommen und im Blocklager zwischengelagert. Ein Zufuhrförderer transportiert die Blöcke zum Drehherdofen. Dieser heizt bis zu 22 t Blöcke pro Stunde vor dem Schmieden gleichmäßig auf. Der Ofen kann mit Propan- oder mit Erdgas betrieben werden. Nach dem Erwärmen bringt ein weiterer Förderer die heißen Blöcke in die Schmiedelinie. In einem weiteren Schritt wird der Block in einer Presse mit 9.000 t Presskraft zu einem Räderrohling umgeformt und in der Räderwalzmaschine in einem automatisierten Prozess zu seinem vollen Durchmesser ausgewalzt. Dabei wirken dreizehn CNC-gesteuerte Achsen gleichzeitig auf das vertikal rotierende Rad ein. An den Walzprozess schließt sich das Auslochen der Nabenbohrung und die endgültige Formgebung des Stegbereiches an, das so genannte Kümpeln. Dieser Prozess findet in zwei Stufen in der Loch- und Kümpelpresse mit 5.000 t Presskraft statt. Nach der Rad-Vermessung werden die Umrisse mechanisch bearbeitet. Im letzten Schritt stellt eine Test- und Prüfanlage nach eigenen Angaben sicher, dass die Qualitätsanforderungen des RDSO (Research Design and Standards Organisation of the Ministry of Railways, Government of India) erfüllt werden. Das Greenfield-Projekt soll dazu beitragen, Indien beim weiteren Ausbau der Verkehrsinfrastruktur voranzubringen und die Unab¬hängigkeit von importierten Eisenbahnrädern zu erhöhen. www.sms-group.com