Verpackungen für Zulieferer der Automobilindustrie

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Ein moderner Pkw besteht aus bis zu 10.000 Einzelteilen. Um diese Teile von den Zulieferern zu den Automobilwerken zu bringen, müssen sie sicher verpackt sein. Welche Lösungen eignen sich besonders gut für Zuliefere der Automobilindustrie?

Die meisten Bauteile in der Automobilindustrie sind aus Metall oder Kunststoff und unterscheiden sich erheblich in ihrer Form und Größe. Entsprechend vielfältig sind die Verpackungslösungen. Für interne und externe Logistikaufgaben kommen z. B. konstruktive Verpackungen, Mehrwegverpackungen, Packfächer, Separatoren,  chutzverpackungen, Gefache, Trenneinsätze, Gittereinsätze, Fixierverpackungen und Zwischenlagen zum Einsatz. Je nach Bedarf werden Versand- und Schutzverpackungen aus Pappe, Hohlkammerplatten, Kunststoff oder Schaumstoff gefertigt. 

Die Verpackungslösungen für die Automobilindustrie erfüllen dabei spezielle Anforderungen wie Staubschutz, Gewährleistung antistatischer Bedingungen oder den Schutz kratzempfindlicher Teile. Innerhalb der Produktion sollen die Verpackungen eine einfache und effiziente Handhabung sowie optimale ausgenutzte Volumen sicherstellen.  

Gerade bei den stark globalisierten Lieferketten der Automobilindustrie sorgt die Verpackung somit für sicheren und effizienten Transport. Einer Marktstudie von Research and Markets zufolge belief sich der europäische Markt für die Verpackung von Autoteilen 2018 auf rund 629 Millionen Euro und soll auf ca. 873 Millionen Euro im Jahr 2027 anwachsen. Neben Mehrwegverpackungen sind es vor allem Konstruktiv-Verpackungen und Ladungsträger, die sich den Markt teilen. Mehrwegverpackungssystem bieten besonders in geschlossenen Logistiksystemen Vorteile. Deshalb eignet sich dieser Verpackungskreislauf besonders für die Automobilbranche. Mit Mehrwegverpackungen kann der Gesamtbedarf an Verpackungsmaterialien zudem erheblich verringert werden. Dazu gehören wiederverwendbare Gestelle, Paletten, Großbehälter, Stauholz und Handcontainer. Auch Sperrholz-, Kunststoff- und Stahlbehälter sowie Palettenaufsätze sind beliebt und werden von den Logistikexperten auf der FachPack regelmäßig präsentiert.  

Diese Verpackungen oder Ladungsträger sind oft bereits in die Produktionsabläufe eingebunden: Die Teile sind direkt an der Linie in den Ladungs- und Werkstückträgern platziert. Das sorgt für effiziente Logistikabläufe und verringert Beschädigungen. Die Trays bestehen meist aus Kunststoff und werden mittels Thermoformen hergestellt. So können die Formteile kostengünstig produziert werden und auch im Inneren der Verpackungen werden die Einsätze meist auf Maß gefertigt.  

Werden empfindliche Teile in Transportboxen versandt, müssen Schäden durch Erschütterungen und Stürze vermieden werden. Deshalb kommen innerhalb der Verpackungen sogenannte Innenverpackungen wie Gefache und Separatoren zum Einsatz, die mit trennenden Fächern dafür sorgen, dass sich die Waren nicht berühren oder herumrutschen. Sie werden speziell hergestellt und gehören damit zur Gruppe der Konstruktiv-Verpackungen. Konstruktiv-Verpackungen sind meist Einwegverpackungen, die aus Materialien wie Papier, Sperrholz, Holz oder Wellpappe bestehen. Hierbei steht das zu verpackende Produkt besonders im Fokus, denn die Verpackungen werden in der Regel mithilfe von CAD/ 3D-Daten des Produkts maßgeschneidert entworfen und hergestellt.  

Immer mehr nachwachsende Rohstoffe
Andere Einwegverpackungen fixieren die Teile in den Verpackungen. So umschließen flexible und reißfeste Spannfolie die Produktkonturen und sorgen für Halt. Ähnliche Funktionen erfüllen Noppen- und Schaumfolien. Mehr und mehr liegen auch in der Automobilindustrie Einwegverpackungen auf Basis nachwachsender Rohstoffe bzw. solche, die sich leicht recyceln lassen im Trend. Neben dem Trend zu nachhaltigen Verpackungslösungen kommen mit der Elektromobilität nun neue Anforderungen hinzu. 

Die Elektromobilität ist sicherlich eine der größten Aufgaben, der die Automobilbranche gegenübersteht. Mit der zunehmenden Bedeutung der E-Mobilität sinkt zwar die Komplexität und Anzahl der Einzelteile – sind es beim Verbrenner noch Tausende Teile, verringert sich die Menge bei Elektroautos auf wenige Hunderte. Doch der Transport von Batterien bringt im Gegenzug neue Herausforderungen mit sich. Was die Verpackungswahl für Bauteile angeht, gilt für Elektrofahrzeuge das Gleiche wie für Verbrenner. So ist die Investition in Mehrwegverpackungen bei längeren Produktionsspannen, höherer Bedarfsschwankung und variablen Vorlaufzeiten vorteilhaft. Wenn jedoch die Betriebsdauer kurz und die Unsicherheit hoch ist, kann der Nutzen von konstruktiven Einwegverpackungen sich besser eignen. Beide Typen sind Teil eines ausgefeilten Logistiksystems. In wenigen anderen Branchen ist die Verpackung so eng mit den Produktionsabläufen verbunden. Doch die Entwicklung hört auch hier nicht auf und die Besucher der nächsten Fachpack 2021 können gespannt darauf sein, mit welchen neuen Lösungen die Hersteller auf die Transformation der Automobilbranche reagieren.